Das Einhorn: Die Idee dahinter

Das Einhorn: Die Idee dahinter

October 20, 2026Jan Kierdorf

Warum dieses Tier?

Das Einhorn ist das neueste Tier in unserem Zwoo-Zoo. Als Fabelwesen steht es für märchenhafte Kaffees, die uns wirklich begeistern – Kaffees, die aufgrund ihrer einzigartigen Geschmacksbilder und Merkmale so besonders sind, dass es sie eigentlich gar nicht gibt. Kaffees, die so selten, exquisit und hochwertig sind, dass sie als Limited Edition bei Mondschein rasch auf der Lichtung unseres Sortiments erscheinen und nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Was bleibt, ist die Erinnerung daran, so etwas Einzigartiges einmal probiert zu haben.

Neben unserem Chamäleon ist das Einhorn somit das zweite Tier, hinter dem bewusst wechselnde Kaffees aus verschiedensten Ursprungsländern stecken (Hinter allen anderen Zwoo-Tieren streben wir langfristige Produzent:innen-Beziehungen an.). Während das Chamäleon jedoch einen festen Platz im Sortiment hat und regelmäßig seine Farbe wechselt, erscheint und verschwindet das Einhorn mit seinen Micro-Lots immer wieder aufs Neue. Während wir mit dem Chamäleon gezielt Kaffees sourcen, die mit einem Rohkaffeescore von +86 im gehobenen Specialty-Coffee-Bereich liegen, legen wir beim Einhorn mit 88+-Kaffees aus den höchsten Specialty-Qualitäten noch eine Schippe drauf.

Wir sind der Auffassung, dass diese Kaffees ihre Besonderheit am besten als Filterkaffee und schwarz getrunken entfalten – entsprechend sind sie als reine und besonders helle Filterröstungen konzipiert.

Welche Kaffees landen im Einhorn?

Konkret bedeutet dies, dass wir hier eine Bühne für Kaffees schaffen möchten, die spannende Varietäten beinhalten, bei nationalen Wettbewerben wie dem Cup of Excellence ausgezeichnet wurden, deren Aufbereitung besonders innovativ ist oder deren Geschmacksprofil allem widerspricht, was wir bisher aus diesem Ursprung kannten. Kaffees, die zeigen, was Kaffee geschmacklich so alles kann, und neugierige Specialty-Coffee-Frischlinge genauso verblüffen wie die erfahrensten Filterkaffee-Nerds.

Das erste (und sicher nicht letzte) Einhorn

Unsere Einhorn-Reihe startet mit einem brasilianischen Kaffee, der mit allem bricht, was wir bislang aus Brasilien kannten. Keine nussigen oder schokoladigen Noten mit vollem Körper, sondern ein Kaffee wie ein Biss in einen Blumenstrauß, umgeben von funky Mango- und Passionsfrucht-Wolken.

Brasilien als Kaffeeland
Brasilien verfügt über die größten Kaffeeanbauflächen der Welt und produziert jährlich 30–35 % der globalen Ernte. Die Quantität und Qualität seiner Erträge beeinflusst jedes Jahr maßgeblich die Weltmarktpreise für Kaffee an den Börsen. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die Anbauflächen in sanften Hügellandschaften auf einer Hochebene zwischen 800 und 1300 Metern liegen und dort idealen Bedingungen ausgesetzt sind.

Aufgrund des Wohlstands und des technischen Fortschritts Brasiliens im Vergleich zu anderen Kaffeeanbauländern werden diese Flächen extrem effizient und maschinengestützt bewirtschaftet. Zudem fällt die Trockenzeit ideal mit der Erntezeit zusammen, sodass die allermeisten brasilianischen Kaffees sonnengetrocknet aufbereitet werden. Das Ergebnis sind schokoladig-vollmundige Espressi oder kräftige, nussige Filterkaffees – wie unser Zebra.

Oder einfach gesagt: Brasilianischer Kaffee schmeckt in der Regel nach Kaffee.

Aber dieser hier nicht! Warum nicht?

Fazenda, Varietät und Aufbereitung
Die Fazenda Guariroba liegt für brasilianische Verhältnisse auf extrem hohen 1.300m – eine super Voraussetzung für fruchtige Kaffees, da diese in höheren Lagen langsamer reifen und mehr Fruchtnoten ausbilden. Die für diesen Kaffee verwendete Yellow-Catuai-Varietät zeichnet sich zudem durch eine ausgeprägte, natürliche Süße und einen samtigen bis vollen Körper aus.

Gabriel Lamounier, der als Chemiker eigene Fermentationsprozesse entwickelt, verleiht dieser Kombination Präzision und Ausdruckskraft. Bevor die Kirschen über 30 Tage auf Raised Beds getrocknet werden, fermentiert er sie in luftdichten, zum Teil kohlenstoffangereicherten Fässern, um in einem kontrollierten Zusammenspiel aus Zeit, Mikroklima und Fermentation ihr komplexes, klares und intensives Profil zu entwickeln.

Das Besondere an diesem Kaffee…
…ist vor allem, wie sehr er sich geschmacklich von allem unterscheidet, was wir aus Brasilien kennen. Schoko-Nuss wird von floralen Noten verdrängt, die selbst in dafür bekannten Ländern wie Äthiopien ihresgleichen suchen, und von einer tropischen Süße begleitet, die an Mango und Passionsfrucht erinnert.

Dies hat nicht nur uns komplett überzeugt, sondern auch die Jury des brasilianischen Cup of Excellence – einem nationalen, qualitativen Kaffeewettbewerb –, den dieser Kaffee vollkommen verdient und nachvollziehbar gewonnen hat. Und was wäre ein würdigerer Starter für unsere Einhorn-Reihe als ein ausgezeichneter Wettbewerbskaffee?

Mehr Infos zum ersten Einhorn.

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